Tach auch!
Heute gibt es bei uns kein kleinteiliges Schickimicki, sondern wir hauen mal so richtig einen raus. Wir hatten wieder die Hütte voll – Ulli und Brina waren da, mein Sohnemann war am Start – und wenn viele Leute Hunger haben, braucht man was Ordentliches auf dem Tisch. Wir hatten einfach Bock, eine richtig fette American BBQ Platter zu bauen, genau so, wie man sie aus den amerikanischen Videos kennt.
Die Idee ist simpel, aber genial: Ein riesiges Brett voll mit allem, was das BBQ-Herz begehrt. Wir reden hier von saftigem Brisket, zartem Pulled Pork, Ribs, Putenkeulen und Würstchen. Alles steht gleichzeitig auf dem Tisch und jeder nimmt sich, worauf er Lust hat. Das klingt erst mal nach Stress und Chaos beim Timing, oder?
Aber keine Sorge. Wir haben uns eine Taktik überlegt, wie wir die unterschiedlichen Garzeiten der Fleischstücke unter einen Hut bekommen. Denn ein Brisket braucht nun mal länger als eine Bratwurst. Wir zeigen euch heute, wie wir das mit dem Zeitmanagement gelöst haben und verraten euch einen Temperatur-Trick, den ich mir direkt von den BBQ-Pitmastern aus den USA abgeschaut habe. Also, schnappt euch ein Bierchen, wir legen los!
Wusstest du eigentlich…
…dass 65 Grad Celsius die absolut magische Temperatur beim BBQ ist? Wenn dein Fleisch fertig gegart ist, kannst du es gut verpackt bei exakt dieser Temperatur über Stunden warmhalten, ohne dass es austrocknet oder weitergart. In den USA halten viele Pitmaster ihr Fleisch so über lange Zeiträume warm, damit es beim Servieren perfekt saftig ist.
So gelingt das Timing für die BBQ Platte
Das Wichtigste bei so einer Platte ist die Vorbereitung und das Wissen, welches Fleisch wie lange braucht. Wir haben uns entschieden, nicht das ganz große Ganze zu machen, sondern beim Brisket zum Beispiel nur den flachen Teil (das Flat) zu nehmen, damit wir zeitlich gut hinkommen. Unser Ziel waren etwa 6 bis 7 Stunden Garzeit.
Wir haben den Smoker konstant auf 135 Grad eingeregelt. Das ist eine sportliche Temperatur, die aber dafür sorgt, dass wir auch mit den dicken Stücken fertig werden.
Als Erstes wanderten natürlich die Langläufer auf den Rost: Das Brisket und der Schweinenacken für das Pulled Pork. Beide haben wir vorher großzügig mit Senf eingerieben, damit die Gewürze halten. Beim Würzen haben wir variiert – SPG+ fürs Rind, BBQ Pit Pork für den Nacken, Pork & Ribs für die Rippchen und Kikeriki für die Pute.
Der Clou beim Zeitmanagement war das Nachlegen:
- Start: Brisket und Nacken rein.
- Nach ca. 2 Stunden: Die Ribs und die Putenkeulen dazu.
- Die Texas-Krücke (Folienphase): Als die Kruste (Bark) gut aussah, haben wir das Brisket mit Rinderfond und den Nacken mit Cola und BBQ-Sauce in Alufolie gepackt. Auch die Ribs kamen später mit einem Schluck Cola und Sauce in die Folie. Das beschleunigt den Prozess und macht alles butterzart.
- Nach ca. 4,5 Stunden: Die Würstchen kamen als letztes dazu.
Und jetzt kommt der Gamechanger: Wir haben unseren zweiten Grill auf exakt 65 Grad vorgeheizt. Sobald ein Fleischstück fertig war (Kerntemperatur erreicht und weich wie Butter), haben wir es gut in Folie eingepackt und einfach in den 65-Grad-Grill gelegt. Dort hat es „geparkt“. Das Fleisch entspannt sich, bleibt heiß und verliert keinen Saft. So konnten wir am Ende nach gut 7 Stunden alles gleichzeitig servieren – von der Putenkeule mit genialem Rauchring bis zum zerfallenden Pulled Pork.
Dazu gab es noch schnell selbst eingelegte rote Zwiebeln (das Rezept ist super simpel: Essig, Wasser, Zucker, Salz und Gewürze aufkochen und drüberkippen) und Creamed Corn. Als wir die Platte dann auf den Tisch gestellt haben… Leute, das Gesicht der Gäste war unbezahlbar!
Fazit
Die American BBQ Platter ist der absolute Wahnsinn für gesellige Runden. Ja, man muss ein bisschen auf die Uhr schauen, aber durch den Trick mit dem Warmhalten bei 65 Grad nimmt man sich den kompletten Stress raus. Das Ergebnis war phänomenal: Das Brisket war saftig, die Ribs fielen fast vom Knochen und die Putenkeulen waren super rauchig. Macht das unbedingt mal nach, wenn ihr Besuch bekommt – einfacher und beeindruckender kann man kaum Gastgeber sein.
👉 Schöne Grüße und immer schön reinballern. Stephi & David.
1 Rinderbrust (Flat/flaches Stück vom Brisket) 2,5 kg Schweinenacken (für Pulled Pork) 2-3 Leitern Schweinerippchen (Baby Back Ribs oder St. Louis Cut) 3-4 Putenkeulen (Unterkeulen) 5-6 grobe Bratwürste (oder Truthahnwürstchen) Senf (mittelscharf, als Bindemittel) Rubs nach Wahl (z.B. SPG+, BBQ Pit Pork, Pork & Ribs, Kikeriki) Flüssigkeiten zum Dämpfen: Rinderfond, Cola, BBQ-Sauce Alufolie (extra stark) Für die Zwiebeln: Rote Zwiebeln, Wasser, Essig, Zucker, Salz, Pimentkörner, Senfkörner Vorbereitung: Fleisch parieren (Silberhaut bei Ribs entfernen, Fett beim Brisket trimmen). Alle Fleischstücke (außer Würstchen) dünn mit Senf bestreichen und mit den entsprechenden Rubs großzügig würzen. Grill starten: Smoker oder Grill auf 135 °C indirekte Hitze einregeln. Einen zweiten Bereich oder Grill auf 65 °C zum Warmhalten vorbereiten (optional, aber empfohlen). Phase 1: Brisket und Schweinenacken auf den Smoker legen. Alle 45 Minuten mit Wasser besprühen, um das Fleisch feucht zu halten. Phase 2 (nach ca. 2 Std.): Rippchen und Putenkeulen ebenfalls auf den Smoker legen. Einpacken: Brisket in Alufolie mit einem Schuss Rinderfond einwickeln. Schweinenacken in Alufolie mit einem Schuss Cola und BBQ-Sauce einwickeln. Beides zurück auf den Grill (135 °C). Phase 3 (nach ca. 4,5 Std.): Würstchen auflegen. Die Rippchen nun ebenfalls mit etwas Cola und BBQ-Sauce in Alufolie packen und zurücklegen. Zwiebeln einlegen: Zwiebeln in Ringe schneiden. Wasser, Essig, Zucker, Salz und Gewürze aufkochen und heiß über die Zwiebeln gießen. Ziehen lassen. Warmhalten: Sobald die Fleischstücke fertig sind (Brisket/Nacken weich bei ca. 90-95°C Kerntemperatur, Ribs weich), diese gut verpackt bei 65 °C warmhalten, bis alles fertig ist. Servieren: Alles auspacken, Nacken pullen, Brisket und Ribs aufschneiden und auf einem großen Brett anrichten.
Zutaten
Anleitung

