Tach auch,
heute wird’s richtig kroatisch – zumindest fast. Eigentlich wollte ich Cevapcici am Spieß machen, schön gleichmäßig, wie man’s manchmal im Internet sieht. Der Plan: Hackfleisch-Masse in eine Flasche, unten ein Spieß rein, drücken, perfekte Form. Tja… sagen wir mal so: Das Internet hat mal wieder vergessen zu erwähnen, dass nicht alles, was dort super aussieht, auch bei mir funktioniert. Fazit: Flasche 1 → Fail. Flasche 2 → auch Fail. Ergebnis: Cevapcici ganz klassisch ohne Spieß. Immerhin schmeckt das so eh am besten – und sind wir ehrlich, Spieße haben da sowieso nix verloren.
Also zurück zum Wesentlichen: Cevapcici sind eigentlich unspektakulär in der Zubereitung, aber extrem aromatisch, wenn man ein paar Basics beachtet. In meiner Version gibt’s saftiges Rinderhack, fein geschmorte Zwiebeln und Knoblauch, Ajvar für die Würze und ordentlich Paprikapulver. Alles schön durchgeknetet, geformt, gegrillt – fertig. Klingt simpel? Ist es auch. Das Geheimnis liegt in der Geduld beim Marinieren. Zwei bis drei Stunden Ruhezeit im Kühlschrank lassen die Gewürze ins Fleisch ziehen und sorgen für den typischen, intensiven Geschmack.
Das Anbraten auf dem Grill geht dann fix: Erst scharf angrillen, damit sie eine schöne Kruste kriegen, dann kurz indirekt nachziehen lassen, damit sie innen saftig bleiben. Ganz wichtig: Mehrfach wenden! Das hält die Oberfläche schön gleichmäßig gebräunt und verhindert schwarze Stellen. Bei mir haben die kleinen Dinger insgesamt rund 10 Minuten über direkter Hitze bekommen, danach nochmal 5 Minuten auf der indirekten Zone. Ergebnis: Außen schön knusprig, innen saftig und voller Geschmack – so muss das!
Wusstest du eigentlich, dass Cevapcici ursprünglich aus dem Osmanischen Reich stammen und über den Balkan ihren Siegeszug durch ganz Europa angetreten haben? Heute gehören sie zu den beliebtesten Grillgerichten in Kroatien, Bosnien, Serbien und Co. – und sind dort oft kleiner und intensiver gewürzt als das, was wir hierzulande kennen. Die Version vom Balkan wird übrigens fast immer aus reiner Rinder- oder Lammhackmischung gemacht und nur selten mit Schweinefleisch gemischt.
Und auch wenn mein Spieß-Experiment gnadenlos gescheitert ist, war’s unterm Strich eher ein halber Fail. Die klassischen, handgeformten Cevapcici schmecken einfach originaler – und der Biss ist perfekt. Dazu ein frisches Fladenbrot, etwas Ajvar und ein Klecks Zwiebel – und du bist mitten im Urlaub auf dem Balkan, nur eben vom heimischen Grill.
Fazit:
Manchmal ist weniger einfach mehr. Die Flaschen-Nummer hake ich ab, aber die klassischen Cevapcici ohne Schnickschnack werde ich definitiv wieder machen. Einfach, ehrlich, mega lecker – und perfekt, um sich auch ohne Spieß ein Stück Urlaubsfeeling auf den Grill zu holen.
Schöne Grüße und immer schön reinballern.
Stephi & David
2 kg Hackfleisch (Rind) 3 rote Zwiebeln 2 Solo-Knoblauch oder 4–6 Zehen 4 EL mildes Ajvar 2 TL Salz 1–2 TL Pfeffer 4 TL Paprikapulver, edelsüß Zwiebeln und Knoblauch sehr fein schneiden. In einer Pfanne 5 Minuten anschwitzen, dann abkühlen lassen. Hackfleisch mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Ajvar würzen. Abgekühlte Zwiebeln und Knoblauch hinzugeben und ordentlich durchkneten. Aus der Masse ca. 10 cm lange Röllchen formen. 2–3 Stunden gekühlt ziehen lassen. Cevapcici ca. 10 Minuten scharf grillen, dabei mehrfach wenden. Danach noch 5 Minuten in der indirekten Zone ruhen lassen.
Zutaten
Anleitung

